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Zeitungsartikel: Haus selber sanieren

Ein einmaliges Abenteuer der Superlative: Haus selber sanieren. Am 24. März 2021 erschien in der Zeitung Bote der Urschweiz ein Artikel über unseren Hausumbau. Die Original Reportage könnt Ihr hier nachlesen sowie ein paar ergänzende Zeilen von mir.

Original Reportage aus der Zeitung

 

Bote Seite 1

Bote Seite 9

Vorgeschichte

Das über 100-jährige Haus hatten wir anfangs 2020 erworben & planten eine Total-Sanierung. Ausschlaggebend war die Raumhöhe, welche im 1. Stock 2,09 m & im 2. Stock 2.13m betrug. Dazu waren die Zimmer klein geschnitten & auch die Badezimmer sowie Küche entsprachen nicht dem heutigen Standard. Wir wollten das Haus einmalig komplett renovieren & dann einziehen.

Probleme

Wir gingen ziemlich blauäugig & munter an die Sache. Da wir äusserlich keine grossen Veränderungen planten, dachten wir, dass das Thema Baubewilligung schnell erledigt sei. Jedoch hatten wir mit allerlei Auflagen zu kämpfen & hatten eine unschöne Geschichte mit unseren Vermietern. Unser bisheriger Vermieter hatte die Mietwohnung unseren Nachbarn verkauft & diese wollten uns auf Biegen & Brechen aus der Wohnung werfen, damit sie selber so schnell wie möglich einziehen konnten. Obwohl sie wussten, dass wir das Haus renovieren & es noch ein paar Monate dauern würden, scheuten sie vor nichts zurück. Sodass wir sogar vor Gericht mussten.

Selber machen

Am Anfang starteten wir mit dem Abriss. Jeden Samstag sind wir ins Haus & haben alles, was niet- & nagelfest war, mit grossen Brecheisen abgerissen. Ob Fliesen, Holz oder Beton: Alles haben wir raus gerupft. & dann führte eines zum anderen. Der eine wusste wie betonieren, der andere konnte mauern. & so haben wir Stück für Stück einfach selber weiter gemacht. Zwischendurch kamen professionelle Handwerker vorbei, die uns unterstützten & schwierige Arbeiten übernahmen. Danach haben wir selber wieder weiter gemacht. Mit der Hilfe von Familie, Freunden & Bekannten haben wir unser Häuschen in einen Tempel verwandelt.

 

Die ersten Mauerversuche

Die ersten Mauerversuche

Stress

Wie bereits erwähnt, war die stressigste Sache wohl der Papierkram mit der Baubewilligung & der Mietwohnung. Mit den Vermietern im Nacken & der Ungewissheit, ob wir unsere Wohnung verlassen müssen, habe ich wochenlang durch gearbeitet. Ich war jeden Tag auf der Baustelle bis zu 10h pro Tag, weil wir einfach nicht wussten, wie der Gerichtsprozess ausgehen wird.

Nicht selten bin ich um 20:00h oder 21:00h erschöpft ins Bett. Der Körper war einfach total ausgelaugt, der Kopf überfordert. Das war eine schwere Zeit, aber ich wusste, dass dies vorbei gehen würde. Denn der Stress geht vorbei, aber das Haus bleibt für immer!

Lernen

„Woher kannst Du das?“, „Von wo hast Du das gelernt?“ oder „Warum weisst Du, wie das geht?“ sind wohl die meisten Fragen, die ich erhalte.

Es ist erstaunlich, was man alles lernen kann! Schritt für Schritt haben wir eine Arbeit nach der anderen in Angriff genommen. Dabei erklären mir die Profis wie es geht oder ich schaue ein paar YouTube Videos. & dann muss man es einfach probieren! Mit der richtigen Motivation & Leidenschaft ist alles möglich! Die gesamte Denkweise ändert sich. Man lernt auch einfach mit dem zu arbeiten, was vorhanden ist.

Leerrohre für Strom- und Netzwerkkabel zwischen den Armierungseisen

Leerrohre für Strom- und Netzwerkkabel zwischen den Armierungseisen

Bekanntschaften

Das Baugewerbe war absolutes Neuland für mich. Ich wusste nicht, wo ich das entsprechende Material bestellen konnte oder welcher Beruf welche Arbeit genau ausführt. Mittlerweile habe ich eine Kontaktliste, die wahrscheinlich bis in die Hölle reicht 😉 Ob der Inhaber der Firma, der LKW-Fahrer oder der Lehrling. Jeder, der durch unsere Tür schreitet ist eine wahrgenommene Persönlichkeit mit Namen. Wir arbeiten mit tollen Firmen zusammen, die auch mal die Extrameile mit uns gehen. Aus manchen Handwerkern wurden Freunde. Aus manchen Freunden wurden Handwerker.  Auch dank Corona hatten viele Leute Zeit weil sie z.B. Kurzarbeit hatten oder es einfach „nichts zu tun gab“. Die Langeweile der einen, ist das Abenteuer der anderen 😉

Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns auf diesem Weg unterstützt haben!

Cheers,

Martina

 

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